Berufsbildungsqualifikationen ver­glei­chen und anerkennen

Ein neues Cedefop-Projekt ent­wickelt eine pra­xis­ori­en­tier­te Methodik, die das Verständnis, den Vergleich und die Anerkennung aus­län­di­scher Berufsbildungsqualifikationen unter­stüt­zen soll.

Die Anerkennung von im Ausland erwor­be­nen Qualifikationen der beruf­li­chen Aus- und Weiterbildung gewinnt in Europa zunehmend an Bedeutung. Kompetenzmobilität, Arbeitsmarktintegration und der Zugang zu wei­ter­füh­ren­dem Lernen hängen davon ab, dass trans­pa­rent und ver­läss­lich ein­ge­schätzt werden kann, was aus­län­di­sche Berufsbildungsqualifikationen in der Praxis bedeuten. Der Vergleich solcher Qualifikationen bleibt jedoch komplex, da sich Qualifikationen zwischen Ländern in Bezug auf Berufsprofile, Lernergebnisse, insti­tu­tio­nel­le Kontexte, Prüfungs- und Bewertungsverfahren sowie ihre Verbindungen zum Arbeitsmarkt unterscheiden.

Das Cedefop-Projekt Comparing and reco­g­nis­ing VET qua­li­fi­ca­ti­ons zielt darauf ab, die Entwicklung einer nutzer:innenorientierten Methodik für die Anerkennung aus­län­di­scher Berufsbildungsqualifikationen zu unter­stüt­zen. Es befasst sich mit Anerkennung für Beschäftigung und wei­ter­füh­ren­des Lernen und ist für Anerkennungsstellen, zustän­di­ge Behörden, Bildungs- und Berufsbildungsanbieter sowie Arbeitgeber relevant. Das Projekt steht im Zusammenhang mit breiteren euro­päi­schen Prioritäten zu Kompetenzmobilität und Skills Portability, darunter die Union of Skills und die Skills Portability Initiative.

Das Projekt ist in drei Phasen gegliedert:

  • 2026–2027 werden bestehen­de inter­na­tio­na­le, euro­päi­sche und nationale Anerkennungsrahmen, Methodiken und Instrumente analysiert.
  • 2027–2028 werden nationale Praktiken zur Anerkennung aus­län­di­scher Berufsbildungsqualifikationen in Europa unter­sucht, ein­schließ­lich gemein­sa­mer Ansätze, Herausforderungen und inno­va­ti­ver Lösungen.
  • 2028–2029 werden die gesam­mel­ten Erkenntnisse genutzt, um eine pra­xis­ori­en­tier­te Methodik zu ent­wickeln und zu vali­die­ren, die das Verständnis, den Vergleich und die Anerkennung aus­län­di­scher Berufsbildungsqualifikationen unterstützt.

Das Projekt baut unmit­tel­bar auf früheren, von 3s koor­di­nier­ten Cedefop-Projekten zum Vergleich und zur Analyse von Berufsbildungsqualifikationen auf. Darunter eine Pilotstudie, in der zehn Berufsbildungsqualifikationen in zehn euro­päi­schen Ländern ver­gli­chen und Methodiken zur Analyse von Gemeinsamkeiten und Unterschieden in Qualifikationsinhalten und ‑profilen ent­wickelt und getestet wurden (2015–2017). Diese Methodik wurde in Kooperation mit ETF und UNESCO inter­na­tio­nal weiter erprobt, wobei aus­ge­wähl­te Qualifikationen in 26 Ländern weltweit ver­gli­chen wurden (2017–2019). Darüber hinaus unter­such­te 3s im Auftrag von Cedefop Methodiken für die ver­tie­fen­de Analyse und den Vergleich von Qualifikationen auf Basis von Lernergebnissen und stärkte damit die Evidenzgrundlage für gegen­sei­ti­ges Lernen und Politikentwicklung weiter (2019–2021).

Das Gesamtprojekt wird von ICF koor­di­niert. 3s ist gemeinsam mit Ockham IPS, dem Danish Technological Institute und Tavistock Institut Germany als Projektpartner beteiligt. Das 3s-Team wirkt in allen drei Projektphasen mit. Karin Luomi-Messerer leitet die dritte Phase und trägt als Work-Assignment-Lead über das Projekt hinweg bei. Monika Auzinger ist ebenfalls Teil des 3s-Teams; Julia Fellinger und Daniel Unterweger über­neh­men Länderfallstudien für Österreich in Phase 2.


Projekt: Comparing and reco­g­nis­ing VET qualifications

Ansprechperson: Karin Luomi-Messerer

Mail to karin.luomi-messerer@3s.co.at

Client: Cedefop

Laufzeit: 05/2026-05/2029

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