Microcredentials in Europa: Was hat sich schon getan – und wo geht es hin?
Die neue Publikation „Progress report on the implementation of the Council Recommendation on a European approach to micro-credentials for lifelong learning and employability“ beleuchtet, wie EU-Mitgliedstaaten und assoziierte Länder Microcredentials Schritt für Schritt von der politischen Empfehlung in die Praxis überführen. Karin Luomi-Messerer und Zsuzsanna Zarka haben zum Bericht beigetragen.
Grundlage ist eine umfassende Befragung, die im zweiten Halbjahr 2024 durchgeführt wurde. Erhoben wurden Einschätzungen und Informationen von Bildungsministerien, zuständigen Hochschulbehörden, Mitgliedern des Beratenden Ausschusses für Berufsbildung sowie von öffentlichen Arbeitsmarktverwaltungen. Die Ergebnisse geben damit einen fundierten Einblick in den Stand der Entwicklungen im Jahr 2024 – zugleich wird berücksichtigt, dass sich dieser Bereich sehr dynamisch entwickelt und seit der Datenerhebung weitere Fortschritte erfolgt sein können.
Über Hochschulbildung, Berufsbildung und Beschäftigungssysteme hinweg untersucht der Bericht, wie Länder die Empfehlungen des Rates konkret umsetzen – beginnend bei grundlegenden Fragen (gemeinsame Definitionen und zentrale Merkmale von Microcredentials) bis hin zu den praktischen Voraussetzungen, die ihre Nutzung erst ermöglichen: Qualitätssicherung und Anerkennung, Finanzierungsansätze sowie Informationssysteme für Transparenz und Sichtbarkeit. Darüber hinaus wird betrachtet, wie Microcredentials in unterschiedlichen Lernsettings eingesetzt und beworben werden, wie sie in breitere Politikinitiativen und EU-Instrumente eingebettet sind und welche Herausforderungen beim Aufbau eines tragfähigen „Ökosystems“ für Microcredentials auftreten.
Insgesamt zeigt der Bericht spürbare Fortschritte, insbesondere angesichts der noch relativ kurzen Zeit seit Annahme der Empfehlung. Gleichzeitig werden Unterschiede in der Umsetzung sichtbar: Nicht alle vorgeschlagenen Elemente werden in den verschiedenen Systemen gleich stark aufgegriffen – und es bleiben Lücken, die für eine konsistente Weiterentwicklung relevant sind.
Ansprechperson: Karin Luomi-Messerer
Client: Europäische Kommission

