30. Juni 2026

Publikation: Lernergebnisse in der beruf­li­chen Erstausbildung

Ein neuer Cedefop-Bericht untersucht, wie lernergebnisorientierte Curricula in der arbeitsbasierten beruflichen Erstausbildung in zehn EU-Mitgliedstaaten umgesetzt werden.

Lernergebnisse sind zu einem zentralen Element der Berufsbildungspolitik und Curriculumentwicklung in Europa geworden. Ein neuer Cedefop-Bericht, der im Rahmen des Projekts The shift to learning outcomes: Rhetoric or reality? erschie­nen ist, richtet den Blick darauf, wie Lernergebnisse in der Praxis der beruf­li­chen Erstausbildung genutzt werden.

Die Studie umfasst zehn EU-Mitgliedstaaten – Bulgarien, Irland, Frankreich, Litauen, Malta, die Niederlande, Polen, Portugal, Slowenien und Finnland – und unter­sucht die Rolle von Unternehmen, betrieb­li­chen Ausbilder:innen und Lernenden bei der Übersetzung lern­ergeb­nis­ori­en­tier­ter Curricula in arbeits­platz­be­zo­ge­nes Lernen. Sie basiert auf natio­na­len Fallstudien, Feldforschung mit 20 Unternehmen und 17 Berufsbildungsanbietern, 151 Interviews, Dokumentenanalysen sowie Beobachtungen von Ausbildungssituationen in betrieb­li­chen Lernumgebungen.

Die Ergebnisse zeigen, dass Lernergebnisse eine gemein­sa­me Sprache für Berufsbildungsanbieter und Unternehmen schaffen, die Planung arbeits­platz­be­zo­ge­nen Lernens unter­stüt­zen und eine Grundlage für die Bewertung von Lernfortschritten bilden können. Ihre Wirkung hängt jedoch von der Qualität der Zusammenarbeit zwischen Schulen und Unternehmen, der Unterstützung für betrieb­li­che Ausbilder:innen und der Begleitung der Lernenden ab. In vielen Fällen sind Lernergebnisse formal in Curricula verankert, werden aber im betrieb­li­chen Ausbildungsalltag nur teilweise genutzt.

Der Bericht iden­ti­fi­ziert starke Partnerschaften, pra­xis­re­le­van­te Lernergebnisse, Unterstützung für betrieb­li­che Mentor:innen und authen­ti­sche Arbeitsaufgaben als zentrale Erfolgsfaktoren. Zugleich verweist er auf fort­be­stehen­de Hürden, darunter begrenzte päd­ago­gi­sche Schulung für betrieb­li­che Mentor:innen, mangelnde Passung zwischen cur­ri­cu­la­ren Anforderungen und betrieb­li­chen Realitäten, knappe Ressourcen sowie zu komplexe Lernergebnisrahmen.

Die Studie kommt zu dem Schluss, dass Lernergebnisse Qualität, Transparenz und Relevanz arbeits­ba­sier­ter beruf­li­cher Erstausbildung stärken können, wenn sie von allen am Lernprozess betei­lig­ten Akteur:innen aktiv genutzt werden.

3s war mit Karin Luomi-Messerer, Mariya Dzhengozova und Zsuzsanna Zarka an der Studie beteiligt.

Weitere Informationen finden sich im Cedefop-Bericht.


Ansprechperson: Karin Luomi-Messerer

Client: Cedefop

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