Publikation: Lernergebnisse in der beruflichen Erstausbildung
Lernergebnisse sind zu einem zentralen Element der Berufsbildungspolitik und Curriculumentwicklung in Europa geworden. Ein neuer Cedefop-Bericht, der im Rahmen des Projekts The shift to learning outcomes: Rhetoric or reality? erschienen ist, richtet den Blick darauf, wie Lernergebnisse in der Praxis der beruflichen Erstausbildung genutzt werden.
Die Studie umfasst zehn EU-Mitgliedstaaten – Bulgarien, Irland, Frankreich, Litauen, Malta, die Niederlande, Polen, Portugal, Slowenien und Finnland – und untersucht die Rolle von Unternehmen, betrieblichen Ausbilder:innen und Lernenden bei der Übersetzung lernergebnisorientierter Curricula in arbeitsplatzbezogenes Lernen. Sie basiert auf nationalen Fallstudien, Feldforschung mit 20 Unternehmen und 17 Berufsbildungsanbietern, 151 Interviews, Dokumentenanalysen sowie Beobachtungen von Ausbildungssituationen in betrieblichen Lernumgebungen.
Die Ergebnisse zeigen, dass Lernergebnisse eine gemeinsame Sprache für Berufsbildungsanbieter und Unternehmen schaffen, die Planung arbeitsplatzbezogenen Lernens unterstützen und eine Grundlage für die Bewertung von Lernfortschritten bilden können. Ihre Wirkung hängt jedoch von der Qualität der Zusammenarbeit zwischen Schulen und Unternehmen, der Unterstützung für betriebliche Ausbilder:innen und der Begleitung der Lernenden ab. In vielen Fällen sind Lernergebnisse formal in Curricula verankert, werden aber im betrieblichen Ausbildungsalltag nur teilweise genutzt.
Der Bericht identifiziert starke Partnerschaften, praxisrelevante Lernergebnisse, Unterstützung für betriebliche Mentor:innen und authentische Arbeitsaufgaben als zentrale Erfolgsfaktoren. Zugleich verweist er auf fortbestehende Hürden, darunter begrenzte pädagogische Schulung für betriebliche Mentor:innen, mangelnde Passung zwischen curricularen Anforderungen und betrieblichen Realitäten, knappe Ressourcen sowie zu komplexe Lernergebnisrahmen.
Die Studie kommt zu dem Schluss, dass Lernergebnisse Qualität, Transparenz und Relevanz arbeitsbasierter beruflicher Erstausbildung stärken können, wenn sie von allen am Lernprozess beteiligten Akteur:innen aktiv genutzt werden.
3s war mit Karin Luomi-Messerer, Mariya Dzhengozova und Zsuzsanna Zarka an der Studie beteiligt.
Weitere Informationen finden sich im Cedefop-Bericht.
Ansprechperson: Karin Luomi-Messerer
Client: Cedefop

