Wie Lernergebnisse die Bewertung in der Berufsbildung prägen
Cedefop hat kürzlich die Studie The influence of learning outcomes veröffentlicht. Untersucht wird, wie intendierte Lernergebnisse in der beruflichen Erstausbildung (IVET) in tatsächlich erreichte Lernergebnisse überführt werden – mit besonderem Fokus auf die Bewertung. Die Publikation ist Teil des Projekts The shift to learning outcomes: Rhetoric or reality?, das analysiert, wie lernergebnisorientierte Ansätze in Berufsbildungssystemen umgesetzt werden.
Auf Grundlage einer Literaturauswertung, von zehn Länderfallstudien sowie einer Online-Befragung von Berufsbildungspersonal untersucht die Studie, wie Lernergebnisse formative und summative Bewertungsformen prägen. Karin Luomi-Messerer leitete das entsprechende Arbeitspaket, Zsuzsanna Zarka, Mariya Dzhengozova und Monika Auzinger arbeiteten an Analyse und Bericht mit. Mariya war zudem für die bulgarische Fallstudie verantwortlich.
Zentrale Ergebnisse
Lernergebnisse strukturieren Bewertungssysteme
In allen untersuchten Ländern bilden Lernergebnisse die Grundlage nationaler Bewertungsregelungen. Meist werden Bewertungskriterien auf nationaler Ebene festgelegt und dienen als Referenz für die Beurteilung von Lernerfolgen. Allgemein formulierte Kriterien schaffen Flexibilität, können jedoch zu Interpretationsspielräumen führen.
Abstimmung ist entscheidend
Die Studie betont die Bedeutung der Abstimmung zwischen intendierten Lernergebnissen, Bewertungsverfahren und tatsächlich erreichten Ergebnissen. Bewertungskriterien fungieren häufig als Bindeglied zwischen curricularen Zielen und Leistungsnachweisen, differenzieren jedoch selten klar zwischen unterschiedlichen Leistungsniveaus.
Formatives Bewerten stärken
Obwohl formative Bewertung als wichtig anerkannt wird, sind entsprechende Verfahren – ebenso wie Selbst- und Peer-Assessment – vielerorts noch ausbaufähig. Ihre Wirksamkeit hängt stark von der Lernmotivation und der Umsetzung lernendenzentrierter Ansätze ab.
Bewertungskriterien beeinflussen Lehren und Lernen
Präzise und messbar formulierte Kriterien fördern Transparenz und Nachvollziehbarkeit. Gleichzeitig berichten Lernende teilweise von schwer verständlicher Fachsprache, was die Nutzung der Kriterien als lernunterstützendes Instrument erschwert.
Transversale Kompetenzen uneinheitlich erfasst
Der Umgang mit überfachlichen Kompetenzen wie Teamarbeit oder Kommunikation variiert deutlich. Teilweise werden sie explizit bewertet, teilweise implizit integriert oder nicht systematisch erfasst, was zu Uneinheitlichkeit führt.
Insgesamt zeigt die Studie: Die konsequente Abstimmung von Lernergebnissen und qualitätsgesicherten Bewertungspraktiken ist zentral – sowohl für die verlässliche Zertifizierung (summative Bewertung) als auch für die Unterstützung von Lernprozessen und individueller Entwicklung (formative Bewertung).
Ansprechperson: Karin Luomi-Messerer
Client: Cedefop

